Betreff: [aktuelles@adfc-bo.de] ADFC Bochum heute gleich zwei Mal in der WAZ
Von: "Klaus Kuliga" <kkuliga@arcor.de>
Datum: 01.02.2010 17:20
An: aktuelles@adfc-bo.de

Hallo liebe Freunde des Radfahrens in Bochum,
heute wird der ADFC Bochum gleich zweimal im Lokalteil der WAZ gewürdigt:
Auf Seite eins berichtet die WAZ unter der Überschrift frei atmen! Jetzt in
Heftform über unser neues Vierfarbheft mit mehr Raum für Geschichten.
Auf Seite zwei ist ein Leserbrief in voller Länge abgedruckt, den ich zum
Thema Hordeler Straße mit ein paar Tagen Verspätung an den zuständigen
Redakteur geschickt hatte. An eine Veröffentlichung hatte ich gar nicht
gedacht. Für alle, die die Zeitung nicht lesen, füge ich den Text unten an. Der Brief war als Kommentar zu einer möglichen Bochumer Bewerbung bei der
AGFS gedacht. Ein fahrradfreundliches Bochum müsste seine Verkehrspolitik
nachhaltig ändern.

Hier der Text des Briefes:

Sehr geehrter Herr Boebers-Süßmann,
in Ihrem Kommentar Dafür, dagegen stellen Sie den Anspruch auf Ruhe gegen
den freien Fluss des Verkehrs. Ich habe den Eindruck, dass Sie damit das
gesamte Verkehrsgeschehen auf eine Verkehrsart reduzieren: den motorisierten
Individualverkehr. Steht denn der Anspruch auf Ruhe tatsächlich gegen den
freien Fluss des Fußgängerverkehrs? Steht er in Konflikt mit dem Radverkehr?
Ich habe eher den Eindruck, dass Sie die Ansprüche der
Autofahrer-Koalition ziemlich unreflektiert mit den Anforderungen des
Straßenverkehrs gleichsetzen. Sie kritisieren im gleichen Zug den kaum autofahrerfreundlichen Ausbau der
Herner Straße. Aber ist diese Straße denn kinderfreundlich? Ist sie
behindertengerecht ausgebaut? Ist sie fahrradfreundlicher als
autofreundlich? Ist die Aufenthaltsqualität für Fußgänger wirklich
gewährleistet? Heiner Monheim hat zusammen mit Rita Monheim-Dandorfer vor zwanzig Jahren
dazu ein wichtiges Buch geschrieben mit dem vielsagenden Titel Straßen für
alle. Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass Straßen für alle
da sind. In vielen Köpfen ist das aber anscheinend noch nicht angekommen. Immerhin stellt aber die seit dem 1. September gültige
Straßenverkehrsordnung in den Verwaltungsvorschriften nun eindeutig fest: 5 2. Die Flüssigkeit des Verkehrs ist mit den zur Verfügung stehenden
Mitteln zu erhalten. Dabei geht die Verkehrssicherheit aller
Verkehrsteilnehmer der Flüssigkeit des Verkehrs vor. Von Schnelligkeit des
Verkehrs ist zu Recht erst gar keine Rede. Aber das bedeutet unter anderem
auch, dass die Sicherheit eines gehbehinderten Fußgängers beim Queren der
Straße Vorrang hat vor dem Anspruch eines Autofahrers auf freie Fahrt. Auch
auf der Herner Straße. Daran muss man sich gewöhnen. Es ist geltendes Recht.


P.S. Nur weil die Hordeler Straße abgebunden wurde, ist der Kreisverkehr
Eickeler Straße  Edmund-Weber-Straße  Riemker Straße noch lange keine
Geldverschwendung. Im Gegenteil, er funktioniert prächtig.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Kuliga
2. Vorsitzender ADFC Bochum e.V.

Kuliga@adfc-bo.de
(0234) 33 74 13