Betreff: [aktuelles@adfc-bo.de] Masterplan Universität - Stadt : Unverbeserlich?
Von: "Klaus Kuliga" <kkuliga@arcor.de>
Datum: 15.04.2010 10:07
An: aktuelles@adfc-bo.de

Hallo, liebe Freunde des Radfahrens in Bochum!

Am 27. Mai 2009, also vor fast einem Jahr, hat die Stadt Bochum ihren
Masterplan Universität  Stadt in einem Stadtgespräch im Museum Bochum
vorgestellt. Dokumentiert ist der Masterplan auf fast 200 Seiten in einer sehr
aufwendigen gestalteten Broschüre. Im Vorwort sagt die Oberbürgermeisterin:
Die Stadt Bochum möchte diesen neu eingeschlagenen Weg der Stadtentwicklung
zum Nutzen der gesamten Bevölkerung intensiv weiter gehen und ich lade Sie
ein, sich in diesem Sinne einzumischen, wo immer die Möglichkeit gegeben
ist.
Der ADFC Bochum hat sich postwendend eingemischt.
Am 28. Mai 2009 haben wir in einer Stellungnahme deutlich gemacht, dass der
Masterplan gewaltige Defizite in Sachen Nahmobilität und Radverkehr
aufweist. Seite 1991 (!) liegt der Universität eine Radverkehrskonzept des ADFC für
die Universität vor, das alle ungelösten Grundprobleme klar benennt und
Lösungen fordert.
Die Ruhr-Universität wurde vor fünfzig Jahren fahrradfrei geplant. Ein
kapitaler Fehler, der bis heute nicht korrigiert ist.
Die Reaktion der Stadt Bochum auf unsere Einmischung spricht Bände: Es gab
keine!
Erst in Folge einer deutlichen Mahnung an die Oberbürgermeisterin über das
Büro für Bürgerbeteiligung im Januar 2010 hat sich der Leiter des
Planungsamtes, Herr Kröck, im Auftrag zu einem Antwortschreiben bequemt: Mit
Datum vom 29. März 2010 - also nach zehn Monaten! -  lässt er uns wissen:
Um die Arbeitsfähigkeit des Forums Universität  Stadt zu erhalten, soll
die Größe des Forums nicht erweitert werden. Deshalb ist es nicht möglich,
dass Vertreter des ADFC an dem Forum teilnehmen. Man bleibt also lieber unter sich.

Unsere Vorschläge hat man immerhin weitergeleitet und Herr Kröck ist
Optimist. Er schreibt: Ich gehe davon aus, dass Ihre Anregungen auf der
Ebene konkreter Maßnahmen und Projekte berücksichtigt werden und dass der
ADFC in die Planungsprozesse eingebunden werden kann. Was bisher an konkreten Planungen und Baumassnahmen öffentlich wurde, gibt
zu dieser Hoffnung keinen Anlass, im Gegenteil.

Wir müssen bis jetzt davon ausgehen, das die Stadt Bochum mit dem Radverkehr
auch in Zukunft so verfahren wird, wie bisher: Er wird unter den Tisch
gekehrt. Ich bin auf den Beweis des Gegenteils gespannt.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Kuliga
Vorsitzender ADFC Bochum e.V.

Kuliga@adfc-bo.de
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