Betreff: [aktuelles@adfc-bo.de] InnovationCity Ruhr und Nahmobilität
Von: "Klaus Kuliga" <kkuliga@arcor.de>
Datum: 28.07.2010 08:51
An: aktuelles@adfc-bo.de

Hallo liebe Freunde des Rad Fahrens in Bochum,
die WAZ berichtet heute unter der Überschrift "Schöner Wohnen und gut
verdienen" über das Bochumer Konzept für "InnovationCity Ruhr". Ich habe die
Verwaltung der Stadt Bochum bereits nachdrücklich darauf aufmerksam gemacht,
dass das Thema Fahrradverkehr untrennbar mit InnovationCity Ruhr verbunden
ist. Den heutigen Zeitungsbericht habe ich zum Anlass genommen, nochmals auf
diesen Zusammenhang hinzuweisen. Bürgerbeteiligung ist integraler
Bestandteil von InnovationCity Ruhr. In Bochum sind im August
Bürgerversammlungen geplant. Schon heute kann man sich über die E-Mail
Adresse amtvisu@bochum.de oder auf www.innovationcityruhr.de einmischen. WAZ
und amtvisu@bochum.de haben die folgende Stellungnahme des ADFC Bochum
erhalten:

Sehr geehrte Damen und Herren,
das Projekt InnovationCity Ruhr stellt sich mit folgenden Leitgedanken vor:

"Blauer Himmel, grüne Stadt
Die InnovationCity Ruhr wird eine Stadt oder ein Stadtteil des Ruhrgebiets
mit Vorbildcharakter: Durch den Einsatz innovativer Produkte in den
Segmenten Industrie, Wohnen, Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Verkehr
wird die Energieeffizienz gesteigert und der CO2-Ausstoß vermindert. Die
hier zum Einsatz gebrachten Innovationen sollen dabei in allen Bereichen des
täglichen Lebens Wirkung entfalten."

Entsprechend berichtet die WAZ heute, dass in dem Bochumer
Wettbewerbskonzept der Bereich Verkehr eine maßgebliche Rolle spielt: "In
Langendreer stand das Themenfeld Mobilität im Vordergrund".
Mit anderen Worten: InnovationCity ohne ein durchdachtes
Nahmobilitätskonzept für den Gesamtbereich, insbesondere für den Bereich der
Universität mit Hustadt und Unicenter, Langendreer und Harpen ist nicht zu
Ende gedacht. InnovationCity verlangt Vorrang für CO2 freie Mobilität, also
für Fahrrad- und Fußgängerverkehr, ganz genau so, wie es die
Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in
Nordrhein-Westfalen (AGFS) in ihrem Leitbild formuliert. InnovationCity und
die geplante Bewerbung der Stadt Bochum um Aufnahme in die AGFS stehen in
engstem thematischen Zusammenhang.

Der ADFC Bochum fordert bereits seit 1991 von der Stadt Bochum und der
Ruhr-Universität ein Radverkehrskonzept, dass es endlich möglich macht, die
Universität aus den umliegenden Wohnquartieren mit dem Fahrrad erreichen zu
können, um so Wohnen und Arbeiten CO2-neutral miteinander verknüpfen zu
können. Die RUB wurde vor 50 Jahren fahrradfrei geplant. Dieser
Konstruktionsfehler ist bis heute nicht behoben. Es gibt kein
fahrradfreundliches Bochum ohne eine fahrradfreundliche Universität.
Wer über weniger CO2-Emissionen redet muss über fahrradfreundliche Städte
reden. InnovationCity geht nicht ohne CO2-neutralen Verkehr, sei es mit dem
Fahrrad oder zu Fuß. Nahmobilität bedeutet Lebensqualität, insbesondere auch
für die Jüngsten und die Ältesten. Bochum hat es schon in dem Masterplan Universität - Stadt versäumt, diesen
Zusammenhang angemessen zu berücksichtigen, bei dem Konzept für
InnovationCity darf das nicht noch einmal passieren.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Kuliga

Vorsitzender ADFC Bochum e.V.
Kuliga@adfc-bo.de
(0234) 33 74 13