Betreff: [aktuelles@adfc-bo.de] Herner Straße / A43: Eine Kreuzung von vorgestern.
Von: "Klaus Kuliga" <kkuliga@arcor.de>
Datum: 08.10.2010 09:29
An: aktuelles@adfc-bo.de

Pressemitteilung des ADFC Bochum e.V. zur sofortigen Veröffentlichung

Herner Straße / A43: Der Teufel steckt im Detail.

Eine Woche nach vielen schönen Worten auf dem Symposium Radfahren in
Bochum, aber sicher gibt Bochum eine Kreuzung für den Verkehr frei, die vor
allem eins zeigt: wie man es nicht machen darf.
Radfahrer müssen hier auf wenigen Metern vier Ampeln beachten, von denen
jede einzeln geschaltet ist. Das zwingt die Radfahrer zum Stopp and Go mit
langen Wartephasen dazwischen, während Autofahrer freie Fahrt haben. Die langen Wartezeiten führen dazu, dass Radfahrer vermehrt bei Rot fahren.
Kommt es dann zu einem Unfall, gibt die Polizei dem Radfahrer die Schuld. So
wird das Opfer in der Unfallstatistik zum Täter.
Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor: "Die Verkehrsregelung an Kreuzungen und Einmündungen soll so sein, dass es
für den Verkehrsteilnehmer möglichst einfach ist, sich richtig zu verhalten.
Es dient der Sicherheit, wenn die Regelung dem natürlichen Verhalten des
Verkehrsteilnehmers entspricht."

Diese elementare Bedingung wird hier mit Füßen getreten.
Die Straßenverkehrsordnung sagt weiter:
"Die Flüssigkeit des Verkehrs ist mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu
erhalten. Dabei geht die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer der
Flüssigkeit des Verkehrs vor."

Diese Anforderung wird an der Herner Straße nicht erfüllt. Die Flüssigkeit
des Radverkehrs ist nicht gegeben. Gleichzeitig wird die Verkehrssicherheit
des Radverkehrs eingeschränkt. Sind Flüssigkeit und Verkehrssicherheit des
Radverkehrs ungenügend, ist die gesamte Kreuzung ungenügend. Eine Kette ist
nur so stark, wie ihr schwächstes Glied.
Neben den Radfahrern sind auch die Fußgänger Opfer der ungenügenden Planung.
Die StVO sagt: "Benutzungspflichtige Radwege dürfen nur angeordnet werden, wenn
ausreichende Flächen für den Fußgängerverkehr zur Verfügung stehen."

Diese Bedingung ist nicht erfüllt. Insbesondere in Fahrtrichtung Bochum ist
unter der Autobahnbrücke die Breite des Gehwegs ungenügend.

Auf dem Bochumer Symposium hat Herr Kaulen an einem Aachener Beispiel
gezeigt, wie man Kreuzungen fahrradfreundlich gestaltet. Eeine Woche später
eröffnet die Stadt Bochum eine Kreuzung, die man gleich wieder umbauen muss.


Die Kreuzung an der Herner Straße atmet den Geist der 60er Jahre des letzten
Jahrhunderts, nur hübscher dekoriert, und träumt immer noch den Traum von
der autogerechten Stadt. So kann sich Bochum nicht bei der
Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte (AGFS) bewerben.
Es besteht Handlungsbedarf.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Kuliga

Vorsitzender ADFC Bochum e.V.
Kuliga@adfc-bo.de
(0234) 33 74 13