Betreff: [aktuelles@adfc-bo.de] Empörung in Querenburg: Verloren im Niemandsland
Von: "Klaus Kuliga" <kkuliga@arcor.de>
Datum: 04.03.2011 12:23
An: aktuelles@adfc-bo.de

Hallo liebe Freunde des Rad Fahrens in Bochum!

Empörung in Querenburg:
Fünfzehn Grundschüler, die von der Hufelandschule in Querenburg zum Neuen
Gymnasium Bochum an der Markstraße wechseln wollten, sind dort nicht
aufgenommen worden und sollen nun stattdessen auf das  Lessing-Gymnasium in
Langendreer gehen. Die Aufregung ist groß. Bürgermeisterin Gaby Schäfer, die Querenburg im Rat
vertritt, nannte den Vorgang einen Skandal.
Das Problem dahinter ist die katastrophale Fehlplanung der
Verkehrsinfrastruktur rund um die Ruhr-Universität. Anfang der 1960er Jahre
wurden die Universität und die umliegenden Wohnquartiere als reines
Autoverkehrssystem geplant. Vollkommen fahrradfrei selbstverständlich. Die
Bochumer SPD vertritt diese Doktrin bis heute ungebrochen, wenn sie das
Mantra von der Autostadt Bochum vor sich herträgt. Genauso auch CDU und
FDP. Dabei ist diese Ideologie schon seit der ersten Ölkrise 1973 als
monströse Fehlkalkulation entlarvt. Dumm auch, dass 10-jährige Schüler
keinen Führerschein haben, geschweige denn ein Auto. So stellt der Vorsitzende der Schulpflegschaft fest: Das Niemandsland
zwischen Querenburg und Langendreer mit vielspurigen Autostraßen und
Autobahnen ist ohne Auto kaum zu durchqueren. Selbst die ÖPNV-Verbindungen
sind schlecht. Die Entfernung beträgt gerade einmal 5 Kilometer, der Weg dauert mit dem
ÖPNV aber über 30 Minuten. Mit dem Fahrrad wäre man schneller, sogar als
10-jähriger Schüler.
Fünf Kilometer ist der klassische Radius der Nahmobilität. Hier rächt sich
wieder einmal die in Bochum seit über 50 Jahren gepflegte Verweigerung einer
Verkehrspolitik mit menschlichem Maß. Selbstverständlich muss es für Schüler einer weiterführenden Schule möglich
sein, ihren Schulweg sicher, schnell und komfortabel mit dem Fahrrad
zurückzulegen. Bochum verweigert sich. Will diese Stadt sich ernsthaft um Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft
fahrradfreundlicher Städte in NRW bewerben? Fahrradfeindliche Städte haben
dort nichts zu suchen. Bochum muss anfangen, seine Hausaufgaben zu machen.


Mit freundlichen Grüßen
Klaus Kuliga

Vorsitzender ADFC Bochum e.V.
Kuliga@adfc-bo.de
(0234) 33 74 13