Betreff: [aktuelles@adfc-bo.de] Radschnellweg Ruhr
Von: Klaus Kuliga
Datum: 18.03.2012 17:22
An: aktuelles@adfc-bo.de

Hallo liebe Freunde des Rad Fahrens in Bochum,
schon 2020 soll er die A40 entlasten: Der Radschnellweg Ruhr (RSR).

Auf dem Fahrradkongress der AGFS in Essen wurde die Konzeptstudie vorgestellt, der im zweiten Schritt eine konkretere Machbarkeitsstudie folgen soll.

Auf den Seiten der AGFS ist eine Powerpoint-Präsentation (als PFD) abrufbar, die dem Vortrag
"Radverkehr in einer neuen Dimension. Erste Ergebnisse der Konzeptstudie Radschnellweg Ruhr"
von Martin Tönnes (Regionalverband Ruhr) in Essen zugrunde lag:
http://www.fahrradfreundlich.nrw.de/cipp/agfs/lib/all/lob/return_download,ticket,guest/bid,1826/no_mime_type,0/~/Radverkehrskongress_2012_T%F6nnes.pdf

Hier lassen sich interessante Details über mögliche Streckenführungen, Gestaltung und Kriterien der Planung ablesen.

Die Ideallinie verbindet die Zentren der Städte Duisburg-Mühlheim-Essen-Bochum-Dortmund-Unna-Hamm auf direktem Weg. Allerdings sollen auch die Universitäten direkt erreichbar sein und die liegen manchmal nördlich, manchmal (weit) südlich dieser Linie.

Zwischen Duisburg und Essen soll die Rheinische Bahn das Rückgrat bilden und die Uni Essen direkt anbinden, aber nördlich um die Innenstadt führen.

Nach Bochum lassen sich Kray-Wanner-Bahn und Erzbahntrasse nutzen, um bis zum Westpark zu kommen. Das bedeutet einen weiten nördlichen Bogen Richtung Gelsenkirchen. Die RUB liegt dann weit abseits.

Die Anforderungen an die Strecke sind u.a. so beschrieben:
• direkt geführt, möglichst geradlinig und separat
• Anbindung zentraler Zielpunkte (Innenstädte, Unis, Verwaltungen …)
• 4 bis 5 m breit, 2 Fahrtrichtungen durch Mittelstreifen getrennt
• asphaltiert, beleuchtet, Winterdienst
• weitgehend kreuzungsfrei

Das dieses Ideal nicht erreichbar ist, zeigen schon die beiden folgenden Punkte:
• radfahrerfreundliche Gestaltung von Querungen und Kreuzungen
• radfahrerfreundliche Ampelschaltungen („grüne Welle“)

Die Fahrtzeit von der Uni Dortmund über Bochum Hbf bis Uni Essen soll sich mit dem RSR von 2h45m auf 1h16m verkürzen, unter anderem dadurch, dass statt 15 km/h künftig mit 25 km/h gerechnet werden kann. Als Durchschnittsgeschwindigkeit wohlgemerkt.

Ab Bochum Westpark bis Dortmund Westfalenpark werden im Moment noch eine Vielzahl möglicher Trassen diskutiert. Das zeigt die Probleme bei der Realisierung auf. Hinter Dortmund wird es wieder einfacher.

Als Alternativen zu Bahntrassen gelten Tempo-30-Zonen und Fahrradstraßen, genauer dann wohl Fahrradstraßen durch Tempo-30-Zonen.
Bei der Planung werden mögliche Wegführungen anhand von 13 Kriterien geprüft.

Die Federführung liegt beim RVR mit der Stadt Dortmund als wichtigstem Partner. Das ist schon mal viel besser als wenn Bochum die Verantwortung bekäme...


Mit freundlichen Grüßen
Klaus Kuliga

Vorsitzender ADFC Bochum e.V.
Kuliga@adfc-bo.de
(0234) 33 74 13