Betreff: [aktuelles@adfc-bo.de] RVR: Bahntrassen und bessere Verbindungen für Radler
Von: Klaus Kuliga
Datum: 07.06.2012 10:13
An: aktuelles@adfc-bo.de

Hallo liebe Freunde des Rad Fahrens in Bochum,

Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat in einem Pressegespräch angekündigt,
das regionale Radwegenetz in der Metropole Ruhr in den nächsten fünf bis zehn Jahren von derzeit 700 auf künftig 850 Kilometer ausbauen zu wollen.

Die geplanten Neubaustrecken sollen vor allem fehlende Nord-Süd-Verbindungen schaffen und Lücken im vorhandenen Angebot schließen. Die einzelnen Radwege sollen zudem stärker miteinander verknüpft werden.

Der Entwurf zum Radwegeplan sieht vor, dass die Städte ihr lokales Wegenetz künftig stärker auf die überörtlichen Verbindungen des RVR ausrichten, so dass Radler einfacher von Stadt zu Stadt kommen.

Genannt werden mehr als 25 einzelne Projekte im gesamten Ruhrgebiet.
Ein wichtiges Projekt ist der Ausbau der Springorumtrasse in Bochum als Nord-Süd-Route vom Rhein-Herne-Kanal bis zur Ruhr.

In vier Bauabschnitten wird der Bochumer Zubringer zum Ruhrtalradweg erschlossen und voraussichtlich ab Herbst 2015 komplett befahrbar sein. Die Baumaßnahme hat im Dezember 2011 mit der rund zwei Kilometer langen Strecke von der Goerdt- bis zur Wiemelhauserstraße begonnen. Da der Abschnitt auch als Schulweg genutzt werden soll, wird der erste Bauabschnitt zur Sicherheit der Kinder und Jugendlichen komplett asphaltiert und durchgehend beleuchtet.

Die Baukosten für den ersten Bauabschnitt belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro. Das Land fördert die Baumaßnahme zu 75 Prozent aus Mitteln des kommunalen Radwegebaus. Die verbleibenden 25 Prozent sind Eigenmittel des RVR. Der erste Abschnitt ist voraussichtlich im Herbst 2012 fertig gestellt.

Das Investitionsvolumen der RVR-Projekte beträgt insgesamt knapp 110 Millionen Euro. Davon sind bereits 20 Millionen Euro verbaut und realisiert. Insgesamt hat der Regionalverband Ruhr in den zurückliegenden vier Jahren mehr als 40 Kilometer regionale Radwege fertiggestellt. Mit einem Gesamtvolumen von rund 37 Millionen Euro ist die Rheinische Bahn (Essen, Mülheim und Duisburg) das größte Einzelprojekt.

Die Baukosten trägt in den meisten Fällen zu 80 Prozent das Land, der RVR übernimmt den Rest. Die Städte sind allerdings anschließend für den Unterhalt verantwortlich.

Die laufenden Kosten sind auch ein Streitpunkt beim angedachten Radschnellweg entlang der A 40. Hier will der RVR mit der Landesregierung „eine Diskussion führen, ob Straßen NRW solche regionalen Verkehrswege unterhalten kann“.

Mit anderen Worten:
Die Stadt Bochum hat zu ihren Vorzeigeprojekten (Erzbahntrasse, Rheinischer Esel, Springorum-Radweg, Ruhrtalradweg) selbst finanziell nichts beigetragen! Sie bekommt die Eier kostenfrei ins Netz gelegt und ist anschließend stolz darauf. Dass die Stadt Bochum ihr (?) erfolgreiches "Bahntrassenkonzept" bei einer AGFS-Bewerbung als Hauptargument nutzen will, erscheint angesichts dieser Sachlage in einem sehr eigenartigen Licht.

Links:
http://www.metropoleruhr.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-detail/archive/2012/june/article/metropole-rad-regionalverband-ruhr-baut-regionales-radwegenetz-auf.html
http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/bessere-verbindungen-fuer-radler-id6738738.html
http://www.idruhr.de/aktuell/detail/archive/2012/june/article/rvr-baut-regionales-radwegenetz-auf-850-kilometer-aus-zu-den-grossen-projekten-zaehlt-die-springor-1.html

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Kuliga

Vorsitzender ADFC Bochum e.V.
Kuliga@adfc-bo.de
(0234) 33 74 13