Betreff: [aktuelles@adfc-bo.de] Deutschland tritt in die Pedale
Von: Klaus Kuliga
Datum: 16.01.2013 13:36
An: aktuelles@adfc-bo.de
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aktuelles@adfc-bo.de

Hallo liebe Freunde des Rad Fahrens in Bochum,
heise.de hat einen Artikel aus der Zeitschrift Technology Review (Heft 8/2012) online gestellt, der einen schönen Überblick über Trends und Entwicklungen des Fahrradverkehrs in Deutschland und den Nachbarländern gibt:

"Deutschland tritt in die Pedale"

Einige Details aus dem Artikel:
Laut Deutschem Mobilitätspanel, einer Untersuchung von mehr als 8000 Verkehrsteilnehmern, hat die wöchentliche Kilometerleistung per Rad seit 1996 um 38 Prozent zugenommen – quer durch alle Altersgruppen ab 18 Jahren.

Völlig unerwartet hat sich das Fahrrad zu einer ernsthaften Alternative zum Auto entwickelt – vor allem in den verstopften Städten.
[dieses "völlig unerwartet" gefällt mir besonders]

Für 2012 rechnet der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) mit 400.000 verkauften Pedelecs in Deutschland. Aktuell haben die Pedelecs bereits stolze acht Prozent des gesamten Fahrradbestands erobert.

Die Radspur auf dem Gehweg wird mit der steten Zunahme der Räder und Pedelecs zum Problem. Das elektrisch unterstützte Radfahren erfordert durch die erhöhte Fahrgeschwindigkeit hochwertige Radverkehrsanlagen.

Das subjektive Sicherheitsempfinden sank: Nur etwa die Hälfte der Radfahrer – so eine Umfrage des Fahrradherstellers Sinus im Jahr 2011 – fühlt sich im Straßenverkehr sicher. 2009 waren es noch zwei Drittel.

Tempo 30 in Innenstädten wäre nach Ansicht von Experten eine der wirkungsvollsten und einfachsten Maßnahmen, um die Städte sicherer und für Radler attraktiver zu machen: Der vermeintliche Geschwindigkeitsvorteil des Autos gegenüber dem Fahrrad würde dadurch deutlich vermindert.

Investitionen in Fahrradinfrastruktur zahlen sich mehrfach aus. Sie reduzieren den CO2-Ausstoß und dienen damit zugleich dem Klimaschutz.

Politiker müssen den Mut aufbringen, Autofahrern Platz wegzunehmen.
[Das wird der Bochumer SPD richtig weh tun.]

Vorbild Kopenhagen:
Kopenhagen hat 370 Kilometer Radwege. Das Besondere: Sie sind fast alle durch eine Erhebung von der Straße getrennt und können deshalb nicht zugeparkt werden. Die Stadt hat auf der Radschnellstraße Nørrebrogade eine grüne Welle eingeführt. Die Ampeltaktung ist auf die Drahtesel-Berufspendler abgestimmt: Vormittags ist stadteinwärts grüne Welle, nachmittags stadtauswärts. Mit dieser einfachen Maßnahme gelang es den Stadtplanern, die Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 auf 20 km/h zu erhöhen. 20 Superfahrradwege sollen Kopenhagen mit seinen Vororten verbinden. Auf all diesen Wegen werden Radler grüne Welle haben.

In Kopenhagen beträgt der Radanteil am Modal Split 38 Prozent.

Im multimodalen Stadtverkehr ist das Fahrrad unverzichtbar, weil es auf kurzen Distanzen – und das Pedelec auf mittleren – das schnellste und preiswerteste Verkehrsmittel ist.

Der ganze Artikel:
http://heise.de/-1775260


Mit freundlichen Grüßen
Klaus Kuliga

Vorsitzender ADFC Bochum e.V.
Kuliga@adfc-bo.de
(0234) 33 74 13

Diese Stadt muss sich bewegen - am besten mit dem Rad.