Betreff: [aktuelles@adfc-bo.de] Bergstraße: Schutzstreifen schützen Autos
Von: Klaus Kuliga
Datum: 17.04.2013 18:33
An: aktuelles@adfc-bo.de
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aktuelles@adfc-bo.de

Hallo liebe Freunde des Rad Fahrens in Bochum,
auf der Bergstraße schützen Schutzstreifen Autos, nicht Radfahrer.

Vor gut zehn Jahren  wurden auf Höhe des Stadtparks Schutzstreifen markiert. Schutzstreifen sollen eigentlich die Situation für Radfahrer verbessern. In Bochum ist das anders.

Die Verwaltung erklärt dazu in ihrer Erwiderung auf einen ADFC-Antrag:
"Die Bergstraße ist ein wichtiges Verbindungselement im Radverkehrsnetz Bochum ... Dieser Funktion folgend wurden auf der Bergstraße 2002 Schutzstreifen markiert, die dem Radverkehr eine sichere Führung gewährleisten. Das Gehwegparken wurde aufgrund des dortigen hohen Parkdrucks in diesem Zusammenhang erweitert." (Vorlage Nr.: 20130546)

Schon das ist wirklich bemerkenswert: Zeitgleich mit der Markierung der Schutzstreifen wurde direkt daneben das Gehwegparken erweitert!

Die Schutzstreifen an der Bergstraße haben gerade einmal das Mindestmaß von 1,25 m inklusive der unterbrochenen schmalen Markierungslinie. Zwischen Bordstein und Linie verbleibt also etwa ein Meter Platz. So viel braucht ein Radfahrer als Minimum.

An der Bergstraße parken aber auf der ganzen Länge direkt angrenzend Autos auf dem Gehweg. Völlig legal. Von parkenden Autos müssen Radfahrer einen Sicherheitsabstand von einem Meter einhalten. Das ist geltendes Recht. Nur: der Schutzstreifen ist nicht breiter als der vorgeschriebene Seitenabstand.
Also müssen Radfahrer neben dem Schutzstreifen fahren!

Der ADFC Bochum hatte in einer Eingabe an die Stadt argumentiert:
1. Die Verwaltungsvorschriften zur StVO führen zu Schutzstreifen aus: „Er muss so breit sein, dass er einschließlich des Sicherheitsraumes einen hinreichenden Bewegungsraum für den Radfahrer bietet.“

2. Die ERA 2010 führt aus: „Ist die verbleibende Fahrgasse schmaler als 5,50 m, darf keine Leitlinie in der Fahrbahnmitte markiert werden.“

3. Die Mindestanforderungen an Schutzstreifen sind in keiner Weise erfüllt. Es handelt sich daher nicht um Schutzstreifen, sondern um Gefährdungsstreifen.

Daher haben wir beantragt:
Zur Verbesserung der „Fußgänger- und Fahrradfreundlichkeit“ im Rahmen eines modernen Mobilitätsmanagements muss das Gehwegparken aufgehoben und der Gehweg als Gehweg wiederhergestellt werden. Zusätzlich muss die Leitlinie in der Fahrbahnmitte entfernt werden.

Die Verwaltung verweigert indes jede Verbesserung und wartet auf Unfälle.

Fazit:
Schutzstreifen schützen in Bochum parkende Autos. Für Radfahrer ist auf solchen "Schutzstreifen" kein Platz.

Willkommen im fahrradfreundlichen Bochum 2013.

Die Angelegenheit wird nächste Woche im Beschwerdeausschuss behandelt.
Zum Nachlesen:
https://session.bochum.de/bi/vo0050.php?__kvonr=7053411&voselect=4965


Mit freundlichen Grüßen
Klaus Kuliga

Vorsitzender ADFC Bochum e.V.
Kuliga@adfc-bo.de
(0234) 33 74 13

Diese Stadt muss sich bewegen - am besten mit dem Rad.

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