Betreff: [aktuelles@adfc-bo.de] Unfallstatistik 2012: 17 % mehr getötete Radfahrer in NRW.
Von: Klaus Kuliga
Datum: 11.07.2013 10:54
An: aktuelles@adfc-bo.de
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aktuelles@adfc-bo.de

Hallo liebe Freunde des Rad Fahrens in Bochum,
die Unfallstatistiken für das abgelaufene Jahr 2012 wurden veröffentlicht und zeigen ein widersprüchliches Bild:

Im Jahr 2012 starben 3600 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr. "Die Zahl der Verkehrstoten war 2012 so niedrig wie noch nie seit 1950", sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes bei der Präsentation.
Auch die Zahl der leicht und schwer Verletzten ist gesunken.

Das heißt aber auch, dass durchschnittlich jeden Tag etwa zehn Menschen auf den Straßen sterben. Mit 44 Getöteten je eine Million Einwohner liegt Deutschland innerhalb der 27 EU-Länder auf dem achten Platz.

Die günstigste Entwicklung bei der Zahl der Unfallopfer im Jahr 2012 gab es bei den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren: minus 17,1 Prozent auf 611 Tote. Gleichzeitig sind die 18- bis 24-Jährigen immer noch mit Abstand am stärksten gefährdet: Gemessen an der Einwohnerzahl ist das Risiko in dieser Altersgruppe mit 92 Getöteten je eine Million Einwohner mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt aller Altersgruppen (44 Getötete je eine Million Einwohner).

Die meisten Todesopfer gibt es auf Landstraßen außerorts: Im Jahr 2012 waren es 2151 Menschen oder 59,8 Prozent aller getöteten Verkehrsteilnehmer.

Die schlimmsten Folgen haben nach wie vor Unfälle durch "nicht angepasste Geschwindigkeit": 37,0 Prozent aller Todesopfer im Straßenverkehr 2012 gingen auf diese Unfallursache zurück.

Senioren ab 65 Jahren (minus 4,8 Prozent, 994 Tote) haben das zweithöchste Risiko, Opfer des Straßenverkehrs zu werden (59 Getötete je eine Million Einwohner). War 1992 jeder sechste Getötete im Straßenverkehr mindestens 65 Jahre alt, so war es im Jahr 2012 bereits mehr als jeder vierte.

In NRW ist das Risiko im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken so niedrig wie in keinem anderen Flächenland. Erklärt wird das mit dem hohen Anteil an vergleichsweise sicheren Autobahnen.

Während die Zahl der Verkehrstoten in Nordrhein-Westfalen 2012 von 634 auf 528 zurückgegangen ist, stieg die Zahl der getöteten Radfahrer um 17 % auf 81. Nicht bekannt ist dabei der Anteil der Alleinunfälle. Das Risiko für Fußgänger sank um 21 %, für Motorradfahrer um 16 % und für Pkw-Insassen um 34 %.

Nicht bekannt ist auch, ob es mehr Unfälle gab, weil mehr Radfahrer unterwegs waren.

Im Münsterland, in dem bekanntlich besonders viel und gern geradelt wird, ist der Anteil der Radfahrer an den Verkehrstoten sogar noch höher. Welche Rolle dabei Unfälle auf Landstraßen spielen, ist unbekannt.

In NRW sterben etwa 50 % der Getöteten auf Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften (ohne Autobahnen). Weitere 40 % sterben innerhalb geschlossener Ortschaften.

Zum Nachlesen:
https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/07/PD13_231_46241.html

http://www.wn.de/NRW/2013/02/Insgesamt-weniger-Verkehrstote-NRW-Unfallstatistik-Zahl-der-getoeteten-Radfahrer-steigt-gegen-den-Trend

http://www.mik.nrw.de/fileadmin/user_upload/Redakteure/Dokumente/Themen_und_Aufgaben/Schutz_und_Sicherheit/2012vustatistik.pdf
(PDF, 5-Jahres-Vergleich für NRW)

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Kuliga

Vorsitzender ADFC Bochum e.V.
Kuliga@adfc-bo.de
(0234) 33 74 13

Diese Stadt muss sich bewegen - am besten mit dem Rad.

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