Betreff: [aktuelles@adfc-bo.de] Radweg-Stau in Kopenhagen
Von: Klaus Kuliga
Datum: 08.08.2013 07:25
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Hallo liebe Freunde des Rad Fahrens in Bochum,
der Erfolg frisst seine Kinder. Welche Probleme Bochum einmal in ferner Zukunft bekommen könnte, wenn diese Stadt konsequent auf das Fahrrad setzen würde, kann man in Städten wie Kopenhagen, Groningen oder auch schon Berlin beobachten.

Leider ist Bochum noch lange, lange nicht so weit.

In Groningen werden 50 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Vor 35 Jahren wurde dort das Zentrum für den Autodurchgangsverkehr gesperrt. Am Hauptbahnhof stehen permanent 10.000 Räder, vor allem wegen steigender Studentenzahlen. Es könnten bald 15.000 bis 17.000 sein. Ein - kostenloses - Parkhaus soll Abhilfe schaffen, ein weiteres dazu kommen.

In Kopenhagen sind die am stärksten frequentierten Radwege Richtung Zentrum drei bis vier Meter breit - das ist gerade mal ein Fahrstreifen des Autoverkehrs. An Ampeln gibt es Staus - trotz grüner Welle für das Rad. "Ich brauche manchmal zwei, drei Ampelphasen, um über eine Kreuzung zu kommen, so voll ist der Radweg", sagt Niels Torslov, oberster Verkehrsplaner der dänischen Hauptstadt.

Kopenhagen investiert allein in diesem Jahr 33 Millionen Euro, um die Infrastruktur anzupassen und zu erweitern. "Natürlich kostet Radinfrastruktur Geld, aber das ist eine sehr effektive und günstige Weise, um die Mobilität in Kopenhagen zu verbessern" sagt Ayfer Baykal, Bürgermeisterin für die Themen Umwelt und Technologie in Kopenhagen.

In Berlin sorgen vor allem alte Bürgersteigradwege für Probleme: Zu schmal, zu unübersichtlich, keine Möglichkeit zum Überholen, keine ausreichende Trennung von den Fußgängern.

Berlins oberster Verkehrsplaner weiß genau, wohin langfristig die Reise geht: "Wir müssen Raum für Fahrräder umwidmen, das ist unvermeidlich. Der Platz wird den Autos genommen."

In Kopenhagen ist Radeln auf dem Gehsteig absolut tabu. So muss es sein.

Groningen will den Fahrradanteil im Modal Split bis 2030 auf 65 Prozent erhöhen. Welchen Anteil haben die Fahrräder an der Verkehrsfläche?

Die Antwort sind Fahrradstraßen und Radschnellwege.

Spiegel Online berichtet vom Velo City Kongress in Wien:
http://www.spiegel.de/reise/staedte/fahrradstaedte-in-daenemark-und-holland-a-915370.html

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Kuliga

Vorsitzender ADFC Bochum e.V.
Kuliga@adfc-bo.de
(0234) 33 74 13

Diese Stadt muss sich bewegen - am besten mit dem Rad.

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