Betreff: [aktuelles@adfc-bo.de] Keine Freigabe der Humboldtstraße
Von: Klaus Kuliga
Datum: 02.09.2013 11:08
An: aktuelles@adfc-bo.de
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aktuelles@adfc-bo.de

Hallo liebe Freunde des Rad Fahrens in Bochum,
Anfang April hatte ich die Freigabe der Einbahnstraße Humboldtstraße für Radfahrer beantragt. Das ist insbesondere für die Gäste der Jugendherberge Bochum wichtig, würde aber auch eine Alternativroute zur Viktoriastraße/Rottstraße eröffnen.

Interessant ist die Humboldtstraße, weil sie sehr breit ist - sie wurde ja nie als Einbahnstraße geplant. Durch großzügige Parkregelungen zugunsten des Kfz-Verkehrs (beidseitiges Parken auf Gehwegen) wird die Straße aber künstlich zu Lasten der Fußgänger und Radfahrer verengt.

Im Rahmen der "Verbesserung der Fußgänger- und Fahrradfreundlichkeit im Rahmen eines modernen Mobilitätsmanagements" - man erinnert sich an die neue Leitlinie der Politik vom Januar 2013 - ist die Humboldtstraße deshalb ein perfekter Prüfstein, ob die Stadt Bochum es ernst meint mit dem, was sie so vollmundig verkündet.

Die Verwaltung hat eine Beschlussvorlage vorgelegt, die am 5. September in der Bezirksvertretung Mitte beraten wird.

Fazit: "Zur Verbesserung der Erreichbarkeit z. B. des Bereichs um den Springerplatz wäre eine Öffnung der Humboldtstraße für Radfahrer in Gegenrichtung wünschenswert. Bei der derzeitigen Ausbau- und Verkehrslage kommt eine solche Freigabe jedoch nicht in Betracht."

Begründung: "Im weiteren Verlauf wird die Humboldtstraße beidseitig beparkt. Bis zur Einmündung Marienplatz ist dadurch die Fahrbahnbreite auf ein Minimum reduziert."

Das ist der Punkt, auf den es ankommt: Für eine Verbesserung der Fußgänger- und Fahrradfreundlichkeit müsste man das Parken auf den Gehwegen aufheben. Und genau das will die Verwaltung nicht.

Im Konflikt zwischen dem überbordenden Flächenanspruch des ruhenden Kfz-Verkehrs und den Interessen des nicht motorisierten Verkehrs hat sich die Verwaltung wieder einmal klar und deutlich auf die Seite der abgestellten Autos gestellt und damit gegen Fußgänger und Radfahrer.

"wird daher aus Sicherheitsgründen eine Freigabe der Humboldtstraße für den Fahrradverkehr in Gegenrichtung bei den derzeitigen örtlichen und verkehrlichen Gegebenheiten abgelehnt."

Kein Wort davon, dass man die "derzeitigen örtlichen und verkehrlichen Gegebenheiten" gestalten und verändern kann und muss, wenn man es ernst meint mit der "Verbesserung der Fußgänger- und Fahrradfreundlichkeit im Rahmen eines modernen Mobilitätsmanagements".

Man meint es nicht ernst - und will sich so bei der AGFS bewerben!

Die Mitteilung der Verwaltung habe ich als Anhang beigefügt.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Kuliga

Vorsitzender ADFC Bochum e.V.
Kuliga@adfc-bo.de
(0234) 33 74 13

Diese Stadt muss sich bewegen - am besten mit dem Rad.

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