Betreff: [aktuelles@adfc-bo.de] Radschnellweg Ruhr - Zwischenbericht des RVR
Von: Klaus Kuliga
Datum: 11.09.2013 11:40
An: aktuelles@adfc-bo.de
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aktuelles@adfc-bo.de

Hallo liebe Freunde des Rad Fahrens in Bochum,

der RVR hat einen Zwischenbericht zum geplanten Radschnellweg Ruhr vorgelegt (Link siehe unten).
Der Bericht enthält u.a. konkrete Aussagen zum geplanten Trassenverlauf von Bochum bis Dortmund.

Von Essen nach Bochum soll der RS1 auf einem ungenutzten Gleis der Rheinischen Bahn verlaufen. Dieses Gleis zweigt an der Halterner Straße in Bochum-Leithe von der Kray-Wanner-Bahn abund verläuft südlich der Halde Rheinelbe (Himmelstreppe) Richtung Günnigfeld. An der Kreuzung Hansastraße / Centrumstraße ist das Gleis direkt einsehbar und verläuft nördlich der Darpestraße weiter zur A40.
Die Eisenbahnbrücke über die A40 wurde abgerissen. Hier ist ein Neubau erforderlich.
Das Gleis unterquert dann ca. 100 m hinter die A40 die Erzbahntrasse und verläuft weiter in in östlicher Richtung unterhalb des nördlichen Endes des Westparks zwischen Gewerbepark Präsident (Seilfahrt) und dem Gelände des Bochumer Vereins Richtung Dorstener Straße.
An der Sophienstraße wird es wirklich schwierig:

"an der Sophienstraße eine Querung der Gleise der Güterbahn nach Herne
notwendig. Das Gleis auf der Nordseite des Bahndamms, der nördlich um die Bochumer Innenstadt herumführt, wird zwar bis zur Kortumstraße nicht mehr genutzt, allerdings wird hier aktuell eine Schallschutzwand errichtet. Über die gesamte Länge, speziell an der Bergstraße (Augusta-Krankenhaus), ist eine Führung, wenn technisch überhaupt machbar, nur mit hohem baulichem und finanziellem Aufwand möglich. Die Führung entlang des Bahndamms ist zudem städtebaulich problematisch, da die Bahnbrücken, die derzeit als stadtbildprägende Innenstadt-Portale fungieren, von den neu zu errichtenden Brücken des RS1 verdeckt werden würden.
In der Blumenstraße müsste der RS1 als Fahrradstraße geführt werden, was den Verlust mehrerer Kfz-Stellplätze zur Folge hätte. Auf der Harpener Straße würde er dann nordseitig als Zweirichtungsradweg bis zur neuen Buselohbrücke geführt werden."
(RVR Zwischenbericht Seite 14)

Wie immer: Das größte Problem wäre "der Verlust mehrerer Kfz-Stellplätze". Geld spielt dagegen anscheinend keine Rolle.

Die Alternative klingt zuerst einfacher, hat aber schwerwiegende Nachteile:

Die südliche Variante des RVR benutzt ab der A40 einfach die Erzbahntrasse als Radschnellweg durch den Westpark auf die Alleestraße bis zum Innenstadtring. Innerhalb des Rings würde der Radschnellweg über den Boulevard geführt!

Der RVR sagt dazu:
"Da die komplexen innenstadttypischen Nutzungen und Verkehrsbeziehungen (Fußverkehr, ÖPNV) eine Führung als zügige Radschnellwegverbindung nicht zulassen, sind sorgfältige Detailuntersuchungen und -planungen zur städtebaulichen und funktionalen Integration einer derartigen „Boulevardlösung“ mit geschwindigkeitsreduzierter Führung („Ortsdurchfahrt“) erforderlich."

Mit anderen Worten: Den Rad-Schnell-Weg könnte man in Bochum dann vergessen. Und währen der beliebten und umsatzträchtigen Veranstaltungen auf dem Boulevard verkäme der Radschnellweg dann zum Radschiebeweg.

Der RS1 würde den Boulevard über die Bleichstraße (Elisabeth-Krankenhaus) verlassen und müsste über den Westring (!) zum Bahnhof Nord geführt werden. Dazu ist die Querung des Innenrings erforderlich.
Dann könnte man zwischen den genutzten Gleisen den Endpunkt des Springorum-Gleises erreichen (Brücke ist vorhanden) und den Springorum-Radweg direkt anschließen.

Der RS1 würde dann südlich parallel zur aktuellen Bahnstrecke Richtung Brelohstraße geführt. Die Kleingärtner "Auf den Alpen" werden begeistert sein.

Ich habe der Planersozietät Dortmund, die die Machbarkeitsstudie zum RS1 erstellt eine dritte Variante vorgeschlagen, die offiziell nicht diskutiert wird:

Nach der A40 nach Süden verschwenken und an der Ostflanke des Westparks (Gahlensche Straße) entlang.
Unter der Alleestraße hindurch in dem gerade im Ausbau befindlichen Tunnel. Über die Baarestraße zur Bessemer Straße.
Links über die Bessemer Straße nach Süden unter der S-Bahn-Linie hindurch.
Links über Ehrenfeldstraße, Clemensstraße, Herrmannshöhe und Ferdinandstraße (Fahrradstraßen) zur Wittener Straße (Brücke erforderlich). Durch den Kortumpark Richtung Lohring und geradeaus weiter entlang der Bahngleise.

Dort würde diese Variante wie gehabt auf die Springorum-Trasse stoßen, könnte die Trasse aber hochgelegt überqueren und zur Brelohstraße führen.

Der Charme dieser Variante sind die zahlreichen Verknüpfungen mit dem Straßennetz, die elegante Umfahrung der Innenstadt, die gute Erreichbarkeit der RUB und die Nutzung vorhandener Unterführungen.

In dem beigefügten Bild sind die drei Varianten in die Openfietsmap eingetragen.

Auch östlich der A43 weiter nach Dortmund bevorzugt der RVR eine relativ komplizierte Führung des RS1 entlang der Bahngleise.

Ich würde eine Führung über Werner Hellweg und Lütgendortmunder Hellweg bevorzugen. Im Endeffekt muss der RS1 aber in jedem Fall auf der Schnettkerbrücke das Emschertal überqueren.

Link zum Zwischenbericht des RVR bei den Ruhrnachrichten
(Links sind eine Zeile ohne Leerzeichen!):

http://www.ruhrnachrichten.de/storage/med/ruhrnachrichten/pdf/14647_4998-zwischenbericht.pdf

Seite des RVR mit Link zum Bericht:
http://www.metropoleruhr.de/regionalverband-ruhr/aktuelles-rvr/archive/2013/september/article/radschnellweg-ruhr-rvr-legt-den-staedten-und-seinen-gremien-zwischenbericht-zur-machbarkeitsstudie-1.html


Mit freundlichen Grüßen
Klaus Kuliga

Vorsitzender ADFC Bochum e.V.
Kuliga@adfc-bo.de
(0234) 33 74 13

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