Betreff: [aktuelles@adfc-bo.de] Apartheid in Bochum
Von: Klaus Kuliga
Datum: 13.09.2013 14:22
An: aktuelles@adfc-bo.de
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aktuelles@adfc-bo.de

Hallo liebe Freunde des Rad Fahrens in Bochum,

die Stadt Bochum definiert "fahrradfreundlich" ganz neu:
Als Stillstand des Radfahrers - nur zu seiner eigenen Sicherheit natürlich.

Die Logik dahinter ist bestechend: Radfahrer, die irgendwo im Seitenraum der Straße herumstehen, sind ganz besonders sicher untergebracht. Das Fahren mit dem Rad wäre ja auch viel zu gefährlich. Wenn sich der Radler dann doch wieder zum Radfahren auf die Fahrbahn begibt, ist er selber schuld. Wenn es zum Unfall kommt: Hätte er eben besser aufpassen müssen!

Die Stadt Bochum hat diese Verkehrssicherheitspolitik jetzt auch offiziell festgeschrieben - schwarz auf weiß und für jedermann nachzulesen.

Stein des Anstoßes war das neu zu bauende Radwegende an der Wasserstraße hinter der Kreuzung mit dem Außenring (jetzt noch Oviedo-Ring, künftig A 448).

Der ADFC Bochum hatte scharf gegen das dort geplante "stumpfe Radwegende" ohne Verbindung zur Fahrbahn protestiert.

Jetzt hat die Verwaltung dazu die Mitteilung 20130650/1 vorgelegt.
Ich zitiere wörtlich:

"Die Planung sieht ein stumpfes Ende des Radweges, unmittelbar östlich des Knotenpunktes zur Springorumallee, vor. Der Radfahrer soll sich im Seitenraum als Wartepflichtiger gegenüber dem Verkehr an der Straße aufstellen und Sichtkontakt zum Straßenverkehr haben. Bei einer ausreichenden Lücke kann er sich in den fließenden Verkehr auf der Straße einordnen. ... Aufgrund der Komplexität des gesamten Knotenpunktes wird die Überleitung aus Sicherheitsgründen nicht befürwortet.
Es besteht gegenüber der jetzigen Planung kein weiterer Handlungsbedarf."

Was die Verwaltung absichtsvoll verschweigt:
Die Radfahrer werden erst unmittelbar vor der Kreuzung überhaupt erst von der Fahrbahn entfernt, um dann über zahlreiche Ampeln ohne durchgehende Grünphase zu anderen Seite der Kreuzung geführt zu werden.
Nach 150 m lässt Bochum sie dann absichtsvoll im Regen stehen.
Es gibt an der ganzen Kreuzung Lichtsignalanlagen, nur am Ende des Radweges nicht.

So geht fahrradfreundlich!

Wer nachlesen will:
http://bochum.ris.openruhr.de/suche/?q=20130650
Beschlussvorlage 20130650 Wasserstr Oviedoring Anlage 2 (Lageplan)
und Mitteilung der Verwaltung Vorlage Nr. 20130650/1.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Kuliga

Vorsitzender ADFC Bochum e.V.
Kuliga@adfc-bo.de
(0234) 33 74 13

Diese Stadt muss sich bewegen - am besten mit dem Rad.

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