Betreff: [aktuelles@adfc-bo.de] Für 30 Minuten kostenlos ins Parkhaus?
Von: Klaus Kuliga
Datum: 23.10.2013 11:07
An: aktuelles@adfc-bo.de
Reply-to:
aktuelles@adfc-bo.de

Hallo liebe Freunde des Rad Fahrens in Bochum,

die WAZ berichtete am 21.10. über einen Antrag der CDU zu 30 Minuten kostenlosem Parken in städtischen (EGR-) Parkhäusern.

Andersherum wird tatsächlich ein Schuh daraus:

Die erste Stunde muss die teuerste sein, die folgenden Stunden können billiger sein. Je länger ein Auto im Parkhaus steht, desto weniger schadet es. Kurzzeitparken sorgt für viel unnötigen Verkehr. Ziel kann nicht sein, möglichst viele Autos durch die Innenstadt fahren zu lassen. Stattdessen sollte die Zahl der Autos in der Innenstadt nachhaltig reduziert werden. Das kann nur durch Förderung von Nahmobilität und Umweltverbund geschehen. Dann kommen die Leute gar nicht erst auf die absurde Idee, aus Bochum nach Bochum mit dem Auto zu fahren.

Wenn jemand aus größerer Entfernung zum Beispiel zum Schauspielhaus oder künftig zum Musikzentrum kommt, kann es gute Gründe geben, mit dem Auto zu kommen. Kurzzeitparken im Parkhaus hilft da aber nicht weiter.

Kostenloses Kurzzeitparken von Kraftfahrzeugen im Bereich der Innenstadt ist ein Unding. Konsequenterweise müsste das Parken im Straßenraum im gesamten Innenstadtbereich, der durch Parkhäuser abgedeckt wird, lückenlos bewirtschaftet und überwacht werden. Nahmobilität muss hier unbedingten Vorrang vor dem ruhenden Kfz-Verkehr bekommen.

Parkhäuser gehören auch gar nicht in die Innenstadt, sondern an die Peripherie. Von dort geht es mit dem Umweltverbund weiter in die Innenstadt:

"Das perfekte Parkhaus zeichnet sich also in erster Linie nicht durch eine meisterhafte Architektur aus. Entscheidend ist vielmehr, wo es platziert wird. Nämlich am besten außerhalb der Stadt, mit direkter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Wirklich zeitgemäße Autopaläste erkennt man demnach nicht an der Handschrift großer Architekten, sondern an Schildern mit einer kurzen Aufschrift: Park and Ride statt Park und zeig'."

Jrgen Hasse, Professor für Geographie an der Goethe-Universität Frankfurt, zitiert nach
http://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/parkhaeuser-von-star-architekten-a-926177.html

Ich habe der WAZ einen gleichlautenden Leserbrief geschrieben.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Kuliga

Vorsitzender ADFC Bochum e.V.
Kuliga@adfc-bo.de
(0234) 33 74 13

Diese Stadt muss sich bewegen - am besten mit dem Rad.

Sie möchten keinen Newsletter mehr erhalten?
Auf der Seite http://www.adfc-bo.de/Newsletter.htm können Sie sich an- oder abmelden.