Betreff: Die Bochumer Straße ist die Wittener Straße von Herne
Von: Klaus Kuliga
Datum: 07.12.2013 10:26
An: aktuelles@adfc-bo.de
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"Klaus Kuliga (ADFC Bochum)"

Hallo liebe Freunde des Rad Fahrens in Bochum,

wer mal sehen will, wie es bei unseren Nachbarn, in der "fahrradfreundlichen" Stadt Herne zugeht, sollte sich einmal die Berichterstattung der WAZ über den dortigen Umbau der Bochumer Straße ansehen. Die Bochumer Straße in Herne ist einfach die Verlängerung der Herner Straße in Bochum, wie die Namen schon sagen.

Der öffentliche Streit zieht sich in Herne schon über ein Jahr hin. Die vorbereitenden Planungen noch länger. Der Zankapfel ist aus Bochum bestens bekannt: Vier Fahrstreifen für den MIV oder weniger Fahrstreifen aber mit Radwegen bzw. Radfahrstreifen.

Besonders pikant war in diesem Konflikt die Rolle des SPD-Ratsmitglieds und ADFC-Bundesvorsitzenden Ulrich Syberg. Sollte er seiner Fraktion oder seinem Sachverstand folgen?

Wichtig sei, dass die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gewährleistet sei. Dies sei beim SPD-Vorstoß nicht der Fall, erklärte der Herner ADFC-Kreisvorsitzende Christian Ehrecke im Ausschuss Ende April 2013. Mit seiner Stellungnahme konnte er aber weder die politische Mehrheit (SPD, CDU und FDP gegen Grüne) noch den ADFC-Bundes-Chef und SPD-Stadtverordneten Ulrich Syberg umstimmen, der sich schließlich ohne eigenen Wortbeitrag seiner Fraktion anschloss. „Ich bin enttäuscht“, sagte Ehrecke nach der Sitzung über Sybergs Abstimmungsverhalten.
(http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-herne-und-wanne-eickel/votum-fuer-vierspurigen-umbau-id7901292.html#plx2037660391)

Von der fachlichen Seite her ist die Sache klar: durch ein Fachgutachten ist nachgewiesen: Zwei Fahrstreifen reichen (wie fast immer). Aber davon lassen sich viele Bürger und Politiker nicht beeindrucken und führen den angeblichen Verkehrskollaps durch die zweistreifige Herner Straße in Bochum als Argument an. Das ist zwar längst als Hirngespinst entlarvt, ficht aber wackere Kämpfer nicht an. Das ihre Forderungen gegen geltendes Recht verstoßen, merken die Autofetischisten nicht einmal.

Die Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06) verlangen „eine ausgewogene Berücksichtigung aller Nutzungsansprüche an den Straßenraum. Dabei wird es vielfach - vor allem in den Innenstädten - notwendig sein, die Menge oder zumindest die Ansprüche des motorisierten Individualverkehrs an Geschwindigkeit und Komfort zu reduzieren und den Fußgänger- und Radverkehr sowie den öffentlichen Personenverkehr zu fördern.“ (S. 15)

Das ist Pflicht, nicht Kür!

Die beiden neuesten WAZ-Artikel zu der Affäre enthalten Verweise auf die ältere Berichterstattung:

http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-herne-und-wanne-eickel/kritik-an-umbau-der-bochumer-strasse-in-herne-id8664532.html
http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-herne-und-wanne-eickel/anwohner-fuer-vierspurigen-ausbau-der-bochumer-strasse-in-herne-id8679211.html

(Links sind jeweils eine Zeile ohne Leerzeichen).


Mit freundlichen Grüßen
Klaus Kuliga

Vorsitzender ADFC Bochum e.V.
Kuliga@adfc-bo.de
(0234) 33 74 13

Diese Stadt muss sich bewegen - am besten mit dem Rad.

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