Auf der Suche nach der dümmsten Umlaufschranke in Bochum

Die Bildergalerie zeigt Umlaufschranken auf Bochumer Radrouten von 2002 bis heute.

Alle Umlaufschranken sind dumm. Aber viele sind auch dumm gemacht. Dafür kann die Schranke nichts, wohl aber die Stadt Bochum.

Es gibt jedenfalls keinerlei Vorschrift, im Namen der Verkehrssicherheit unpassierbare und damit verkehrsgefährdende Umlaufschranken zu installieren. Die Umlausfschranken werden so gebaut, "weil wir das schon immer so gemacht haben" und die Planer nur Autos im Kopf haben, die im Rausch der Geschwindigkeit vor plötzlich auftauchenden Fußgängern geschützt werden sollen. Die Breite des Durchlasses beträgt dann gerade noch 115-120 cm.

Dass es auch anders geht, ist im Rest der Republik seit Jahrzehnten bekannt. Sogar am Ruhrtalradweg ist dieses Wissen mittlerweile angekommen und die Umlaufschranken wurden so umgebaut, dass jedes Fahrrad durchfahren kann, auch Liegeräder, auch Dreiräder, auch Trailer-Bikes und auch Fahrräder mit Anhänger.

Mit der Umlaufschranke auf der Weitmarer Bahntrasse (Kohlensammelbahn) in Dahlhausen in Höhe der Zufahrt zr Tischlerei Jacobi hat die Stadt Bochum den Irrsinn auf die Spitze getrieben:

Zuerst wurde eine Umlaufschranke mitten auf die Trasse gesetzt, um die alle Jubeljahre bei der Tischlerei Jacobi ein- und ausfahrenden Kratfahrzeuge vor den wilden Radfahrern auf der Bahntrasse zu schützen. Natürlich war die Umlaufschranke so gebaut, dass Radfahrer möglichst nicht durchpassen, mit Anhänger oder Liegerad schon gar nicht.

Dann - Jahrzehnte später - wurde die Umlaufschranke diagonal gestellt, um eine Befahrung mit Anhänger oder Liegerad so gerade eben möglich zu machen. Anschließend gab es Bauarbeiten in diesem Bereich. Währenddessen wurde die Umlaufschranke vollständig entfernt.

Nach Beendigung der Bauarbeiten wurde die Umlaufschranke in der ursprünglichen Form wieder errichtet: ohne Diagonalstellung!

Es gibt drei Grundregeln für Umlaufschranken:

Auf der Zollvereintrasse in Essen kann man sehr schön sehen, dass sichere Kreuzungen mit Radrouten auch ohne Umlaufschranken machbar sind. Die meisten Umlaufschranken sind überflüssig.

Nur in Bochum sind diese Erkenntnisse anscheinend noch nicht angekommen. Grauenhafte Umlaufschranken auf ausgewiesenen Radrouten bleiben über zwanzig Jahre unverändert unpassierbar. Und im Jahr eins nach der Kulturhauptstadt werden Umlaufschranken gebaut als gäbe es weder Sinn noch Verstand.

Deshalb ist die mit Abstand dümmste - nicht die gefährlichste - Umlaufschranke in Bochum gleichzeitig auch die neueste. Wer da nicht an der Seite vorbeifährt, ist selber schuld. Am besten sollte Bochum die Flächen links und rechts neben der Schranke gleich mit asphaltieren, dann fährt es sich leichter.

Oder Bochum könnte endlich lernen, wie mam Umlaufschranken richtig baut. Kostenloses Anschauungsmaterial gibt es im Ruhrtal.